Montag, 20. Januar 2014

Auf geht's Werder!


Endlich! Die Rückrunde steht vor der Tür und die fußballfreie Zeit neigt sich dem Ende entgegen! Langsam reicht es auch mit Hallenturnieren. Zum Abschluss der Hinrunde hat Werder bekanntlich Bayer Leverkusen mit 1:0 geschlagen, was mir persönlich sehr viel Mut für die Rückrunde macht. Leider hat Werder in der Vergangenheit immer mal wieder gute Leistungen gezeigt, legte dann aber nicht nach. Mit Braunschweig kommt zum Rückrundenstart der Tabellenletzte nach Bremen und wird ohne Punkte nach Hause fahren, da bin ich mir sicher. Danach wird es aber definitiv schwieriger. Eine kleine Prognose:

21 Punkte. So formuliert Robin Dutt das Saisonziel für die Rückrunde. Oder anders ausgedrückt: Nichtabstieg. Nach der vielleicht besten Leistung der Hinrunde scheint man bei Werder schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen zu sein. Zum Glück. Offenbar lässt sich zumindest der Trainer nicht von einem Sieg gegen den Tabellenzweiten blenden. Zu offensichtlich klafften die Wunden der Mannschaft in zu vielen Spielen der Hinrunde auf. Andererseits: Gegen Leverkusen konnte man sehen, wozu die Mannschaft in der Lage ist, wenn alle Positionen und Mechanismen ineinander greifen. Leider war dies während der letzten 17 Spieltage nicht oft genug der Fall. Ich würde sogar sagen: Nie. Leverkusen war der mannschaftliche Höhepunkt der Saison. Wenn Werder öfter so gespielt hätte, würde wohl keiner ernsthaft vom Abstieg sprechen.
Doch leider tat Werder dies nicht. Stattdessen verträumte man viele Anfangsphasen oder gab sicher geglaubte Spiele wieder aus der Hand. Die verspielt 2:0 Führung gegen Nürnberg und die schnellen Gegentore in Hoffenheim haben richtig gesessen. Wenn man Nürnberg nicht schon vor der Halbzeit abschreibt und in Hoffenheim direkt wach ins Spiel geht, hat man vier Punkte mehr auf dem Konto und wäre damit von allen Abstiegsängsten vorübergehend befreit.
Was in der Hinrunde ebenfalls auffiel: Oftmals hat man der Truppe erst nach einem Rückstand angemerkt, zu was sie in der Lage ist. Beispiel: Mainz. Werder war eigentlich auf Augenhöhe, wenn nicht gar das bessere Team. Und dann? Dann liegst du plötzlich 2:0 zurück, bekommst in der zweiten Spielhälfte noch das 3:0 und bist damit definitiv geschlagen. Doch Werder gab sich in diesem Spiel nie auf. Werder ackerte und kämpfte und blieb die bessere Mannschaft. Wären die beiden Tore 5 Minuten früher gefallen, wäre wahrscheinlich noch das 3:3 drin gewesen. Was am Ende zählt, ist der gezeigte Einsatzwille, sei die Situation auch noch so prekär.

Dennoch: Trotz guter Ansätze und einem ganz starken letzten Spiel, sollten wir den Ball flach halten. Die Marschroute für die Rückrunde sollte daher darauf ausgelegt sein, alles zu schlagen, was sich in der Tabelle hinter uns befindet. Natürlich beschwert sich niemand über einen Sieg in Augsburg, aber wichtiger sind die, die von hinten Druck machen. Das Ziel in dieser Saison ist kein einstelliger Tabellenplatz oder die Qualifikation für irgendwelche europäischen Wettbewerbe. Das Ziel lautet Nichtabstieg. Um das zu erreichen, muss Werder kontinuierlich die schlagen, die dieses Ziel ebenfalls erreichen wollen. Beziehungsweise, die ebenfalls Tabellenplatz 16 am Ende der Saison zu meiden versuchen. Ohne Braunschweig und Nürnberg zu nahe treten zu wollen, aber für mich stehen die zwei Teams bereits als Absteiger fest. Braunschweig, das dürfte klar sein, ist der Aufgabe Bundesliga einfach (noch?) nicht gewachsen. Und Nürnberg? Na ja, wer eine 3:0 Führung in Hannover bei einer halben Stunde Restspielzeit nicht verteidigen kann, der steigt am Ende ab. Und das auch zurecht. Mit Hoffenheim, Hertha und Bayern hat Nürnberg auch kein besonders einfaches Anfangsprogramm. Da würde ich in den ersten drei Spielen der Rückrunde sogar wagemutige Null Punkte prognostizieren. Und dann wird's ganz eng für die Cluberer.

Aber wieder zurück zu Werder. Gegen Bayer 04 kam die Mannschaft aus einer geordneten und sicher stehenden Abwehr heraus ins Spiel. Kießling bekam kaum Szenen, weil die Innenverteidigung alles aus dem Strafraum köpfte, was höher als einen Meter über der Grasnarbe heranschwebte. Aus dieser Sicherheit heraus konnte Werder relativ sorgenfrei mit nach vorne spielen. Und: Das Team hat nicht ausschließlich auf Konter gewartet, sondern sich die Chancen vor allem erspielt, was Leverkusen sichtlich verwirrte. Das dabei auch noch hinten abgeräumt wurde, verwirrte wiederrum mich.

Denn: Zu Beginn der Saison sah das noch etwas anders aus. Werder stand in der Verteidigung zwar einigermaßen sicher, vertraute im Spiel nach vorn jedoch zu sehr auf das Prinzip Hoffnung. Ein Befreiungsschlag bereitet den 1:0 Siegtreffer in Braunschweig vor, ein haltbarer Distanzschuss von Ekici bringt den zweiten 1:0 Sieg im Spiel gegen Augsburg. Was passierte, als Werder wieder offensiver spielen wollte, haben wir alle mitbekommen. Erst gegen Leverkusen, im letzten Spiel der Hinrunde, fand die Mannschaft die richtige Balance zwischen Angriff und Abwehr. Diese gilt es beizubehalten.

Mir hat der Heimsieg gegen Bayer viel Zuversicht gegeben. Wenn Werder dieses Niveau hält, dann werden wir sicherlich den einen oder anderen Sieg mehr auf unserem Konto verbuchen können, als noch in der Hinserie. Denn das hatte wenig mit Abstiegskampf zu tun. Die Spieler können es, das haben sie bewiesen. Wenn jeder Einzelne alles abruft, dann funktioniert das Team Werder Bremen. „Wir“ werden in der Rückrunde wieder alles geben. Von den Spielern erwarte ich selbiges. Für eine erfolgreichere Zukunft!

Nur der SVW <3 

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